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Sébastien Paci
* 1974 in Frankreich

Sébastian Paci wurde 1974 in Frankreich geboren. Neben der Naturwissenschaft studierte er parallel Musik am Konservatorium in Esch/Alzette (Luxemburg) und am „Institut Musical“ in Paris. In Frankreich leitet er ein Zupforchester, das von der „Confédération Musicale de France“ in der „Division d’Exellence“ eingestuft ist.

Er unterrichtet Musiktheorie und Musikanalyse. Für ein besseres Verständnis und bessere Interpretation der Zupfmusik studierte er Mandoline bei Juan Carlos Muñoz, Dozent am Konservatorium von Esch Alzette (Luxemburg).

Werke:

Drei flüchtige Gedanken

Kurt Pahlen
* 26.05.1907 in Wien † 24.07.2003 in Lenk im Simmental

Kurt Pahlen war ein österreichischer Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler.

Im Alter von sieben Jahren verlor Kurt Pahlen seinen Vater, den Liedbegleiter Richard Pahlen. Die Mutter heiratete zum zweiten Mal, den jüdischen Bankier Dr. Paul Raumann, und zog mit ihm und dem Sohn nach Berlin-Schmargendorf. Kurt Pahlen studierte in seiner Heimatstadt Wien Musikwissenschaften und Germanistik. Daneben absolvierte er eine Ausbildung zum Kapellmeister an der Musikakademie Wien. 1929 promovierte er zum Dr. phil..

Nach ersten Erfolgen als Kapellmeister der Wiener Volksoper und von den Revolutionären Sozialisten Österreichs als Chormeister geschätzt, leitete er die Musikveranstaltungen der Volkshochschule Ottakring. Er war Dirigent am Radio Wien und bei den Wiener Symphonikern und gründete ein Opernstudio am Ludo-Hartmann-Platz im Arbeiterviertel Ottakring.
Obschon vom Nationalsozialismus nicht gefährdet, kehrte Pahlen 1938 von einem Aufenthalt in Zürich nicht zurück und emigrierte 1939 nach Argentinien. In Buenos Aires war er Generalmusikdirektor und Chef der Filarmònica Metropolitana, in der auch der österreichische Emigrant Estéban Eitler spielte. Pahlen ging dann als Professor an der Universidad de Montevideo und war Gründer und Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Musik. Viele Jahre war er Direktor des berühmten Teatro Colón in Buenos Aires; außerdem unterrichtete an der Pestalozzi-Schule Buenos Aires. In jenen Jahren befreundete er sich mit Manuel de Falla, Paul Hindemith und dem ebenfalls aus Wien stammenden Erich Wolfgang Korngold.

Nach dem Ende des Dritten Reichs dirigierte Pahlen in der Wiener Staatsoper, im Opernhaus Zürich, Theater Basel, Stadttheater Bern, Badischen Staatstheater Karlsruhe und in anderen Häusern. Er musizierte mit dem NDR-Sinfonieorchester, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Mozarteumorchester Salzburg und anderen Orchestern. Anfang der 1970er Jahre kehrte Pahlen in die Schweiz zurück und ließ sich in Männedorf nieder. Er war Professor am Internationalen Opernstudio vom Opernhaus Zürich. Er leitete Meisterkurse und war Präsident des Forums für Musik und Bewegung in der Lenk. Er war Gastprofessor an der Universidad de Buenos Aires, der Nationalen Universität La Plata, der Universidade Federal do Rio de Janeiro, der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko, der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla, der Universidad de Monterrey, der Universidad Veracruzana und anderen.

Während der von ihm veranstalteten Musiktage für Kinder in der Lenk starb er an den Folgen eines Sturzes.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Pahlen)

Werke:

Sibe chlyni Wöscherinne

Reto Parolari
* 09.03.1952 in Winterthur

Reto Parolari wurde als Sohn des Oboisten Egon Parolari in Winterthur geboren, wo er auch die Schulen besuchte. Nach Schulabschluss und zwei Jahren an der Kunstgewerbeschule in Zürich studierte er an der Musikhochschule Winterthur, Theorie bei Wieland, Rüegge, Druey und Gohl. Hauptfach Schlagzeug (Hänggeli) und Klavier (Lerf).

Nach seinem Abschluss mit Orchesterdiplom studierte er Arrangieren, Orchestrieren und Dirigieren bei Ernst Hildebrand (Hannover), Heinz Buchold (Stuttgart) und Prof. Max Schönherr (Wien). Zu seinen Mentoren gehörten aber auch die Dirigenten Kurt Brass (St.Gallen) und Prof. Emmerich Smola, SWF-Orchester Kaiserslautern.

1973 gründete R.P. sein eigenes sinfonisch besetztes Orchester mit rund 40 MusikerInnen, welches sich ausschliesslich der Pflege sinfonischer Unterhaltungsmusik, Operette und Musical verschrieben hat. Als Dirigent für dieses Genre war Reto Parolari auch fünf Jahre am Theater St.Gallen tätig. Daneben dirigierte er ab 1982 regelmässig an Deutschen Rundfunkanstalten. Seine Aufnahmen werden regelmässig in den Radioprogramm eingesetzt.

CD-Produktionen (es sind mittlerweile über 35) machte er in erster Linie mit seinem eigenen Orchester, aber auch u.a. mit dem Radio Orchester Pilsen oder dem „German Sinfonic Pops Orchestra“ in Leipzig.
Nebst Dirigaten bei Circus Knie (1982 bis 1987) Circus Krone in München sowie dem Theater Carré in Amsterdam (14 Jahre) ist Reto Parolari seit 1996 Chefdirigent des Internationalen Circus-Festivals in Monaco. Chefdirigent ist er zudem beim Zivilschutzorchester der Stadt Winterthur (einem Dienstorchester ähnlich der Armee).
Für alle diese und viele weitere Orchester und Auftraggeber hat Reto Parolari aber auch mehrere hundert Kompositionen und Arrangements geschrieben, die teilweise in seinem eigenen Verlag „Edition Swiss Music“ erschienen sind.

Seit 1991 ist Reto Parolari auch Direktor des einzigen grossen Festivals in Europa für gehobene Unterhaltungsmusik. Dieses Festival findet jährlich im Oktober in Winterthur statt. Parolari wirkt auch als Juror, gibt Symposien und Workshops. Für die GEMA-Stiftung hat er zudem das Werkverzeichnis von Ernst Fischer (1900 bis 1975) verfasst. Seine zuletzt erschienene Publikation heisst „Circusmusik in Theorie und Praxis“ (Edition Swiss Music/Edition Hochmuth, Wien, 2005) und ist das erste Fachbuch, welches sich mit diesem Thema befasst.
Reto Parolari ist seit 1974 Mitglied der SUISA, seit 1972 Mitglied des Schweizerischen Musikerverbandes, sowie Mitglied des Schweizerischen Tonkünstlervereines, der Swissperform/SIG sowie der Vereinigung „Jugend und Musik“.

Reto Parolari erhielt 1996 den Preis des französischen Staates sowie einen Preis der Stadt Massy (Frankreich) Am Int. Circusfestival wurde sein Orchester mehrfach ausgezeichnet. Parolari ist zudem Träger des Ehrenzeichens der monegassischen Gardemusik. 2004 wurde er für sein langjähriges Wirken als Interpret, Urheber und Verleger mit dem Anerkennungspreis der SUISA-Stiftung für Musik ausgezeichnet. Reto Parolari war zwölf Jahre Präsident der Verteilungskommission der SUISA. Im Juni 2007 wurde er in den Vorstand der SUISA gewählt.
(Quelle: http://orchester-retoparolari.ch/rp/de/reto_parolari/index.php)
Direkt zur Website des Orchesters Reto Parolari.

Werke:

Circus Circus!

Osbert Parsley
* 1511 † 1585 in Norwich

Die einzigen biogr. Angaben enthält der Gedenkstein, der für Parsley in Norwich Cathedral errichtet wurde. Danach war er fünfzig Jahre lang Sänger an Norwich Cathedral und starb im Alter von 74 Jahren.

Wichtiger als seinen V.-Sätze ist Parsleys engl. Und lat. KM. Er verwendet eine durchgehende Imitation, die allerdings steif und trocken wirkt. Der einzige Unterschied der engl. und lat. Werke besteht in der Textbehandlung. Außer sehr kurzen Melismen na dern Kadenzpunkten ist die engl. KM. in einem strengen syllabischen Stil geschrieben. Da die einzelnen St. sich frei bewegen, wirkt die Deklamation des Textes unbeholfen. Paare von Viertelnoten auf gleichbleibender Tonhöhe und schnelle Skalenmotive sind besonders charakteristisch. In der lat. KM. dagegen sind die Melismen und die syllabische Deklamation sorgfältig ausgeglichen. Parsley befaßte sich sowohl in den Instr.- Werken als auch in den alt. Werken mit c.f.-Vertonungen (vgl. Perslis Clocke, dem ein ut re mi - c.f. zugrunde liegt, und die Lamentationes). Kadenzen und Dissonanzbehandlungen unterscheiden sich wesentlich von der Praxis der zeitgenöss. kontinentalen Musik und sind der engl. Tradition des 15. Jh. verpflichtet.
(Quelle: Lyon, Margaret E.: Parsley. In: Blume, Friedrich: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Band 10, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1952, Sp. 842f)

Werke:

2 Instrumentalsätze für 5 Instrumente

Robert Parsons
* 24.06.1546 in Nether Stowey † 15.04.1610 in Rom

Robert Parsons (gelegentlich auch Robert Persons) war ein englischer Jesuit und Politiker.

Parsons wurde als Sohn eines Schmiedes in der Grafschaft Somerset geboren. Er erhielt seine schulische Ausbildung in Taunton und Stogursey. Anschließend studierte und lehrte Parsons am Balliol College in Oxford. 1575 musste er seine Lehrtätigkeit nach Streitigkeiten über seine Neigung zur katholischen Kirche beenden. Über London reiste er nach Padua, um dort Medizin zu studieren. Bereits drei Jahre später ging Parsons nach Rom und schloss sich am 4. Juli 1575 dem Jesuitenorden an. 1578 folgte seine Weihe zum Priester.

Am 18. April 1580 begab er sich zusammen mit Edmund Campion auf Mission nach England. Über Reims und Saint-Omer gelangten die beiden Jesuiten nach London. Kurz nach seiner Ankunft in England organisierte Parsons ein Geheimtreffen katholischer Priester in Southwark, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Anschließend reiste Parsons als Prediger durch England.
Ende 1580 errichtete er in Barking eine katholische Geheimdruckerei. Dort verlegte er seine Schriften A brief discourse containing certain Reasons Why Catholics refuse to go to Church und Confessio fidei. Im Juli 1581 gelang es der Staatsmacht Campion zu verhaften, und Parsons entschloss sich zu fliehen.
Am 30. August 1581 erreichte Parsons Rouen, wo er eine Knabenschule gründete. Später wurde die Schule nach St. Omer verlegt, heute befindet sie sich in Stonyhurst. Im Frühjahr 1582 reiste Parsons nach Spanien, um Philipp II. für eine Invasion in England zu gewinnen. Der Erfolg blieb aber aus. Parsons ging nach Reims, wo er von Kardinal William Allen beauftragt wurde eine jesuitische Mission in England vom Festland aus zu planen und zu leiten. 1585 ging er nach Rom, um am englischen Kolleg zu arbeiten. Dort entstand mit Directorium sein geistlich wichtigstes Werk.
1588 wurde Parsons nach Spanien zurückgeschickt, wo er in Valladolid, Sevilla und Madrid Schulen für den Priesternachwuchs errichtete. 1594 veröffentlichte er sein politisch bekanntestes Werk A Conference about the next Succession to the Crown of England, in dem die Thronfolge der spanischen Infantin Isabella befürwortet wird.
Am 18. Oktober 1591 erschien eine wahrscheinlich von Lord Burghley veranlasste „Königliche Proklamation“, die in anklägerischem Ton die „aufwieglerischen Jesuiten und Priesterseminare“ anprangerte. Dagegen entwickelte der im Exil lebende Jesuitenführer Parsons 1592 in seinem „Philopater“ eine polemische Kritik über die Religionspolitik Lord Burghleys und der Mitglieder des Kronrats (Privy Council). Er argumentierte, dass die Verfolgung der Katholiken auf lächerlichen, atheistischen und scheinheiligen Argumenten basierte. Diese in Lateinisch gehaltene Abhandlung bildete mit anderen Pamphleten von Parsons (z.B. Conference about the next Sucession 1594/95) und Richard Verstegen eine Einheit über das Dilemma der Katholiken in England.
1597 kehrte er nach Rom zurück, um bis zu seinem Tode das englische Kolleg zu leiten. Als William Allen starb, ernannte er 1598 George Blackwell zum Erzpriester von England und löste so den Erzpriesterstreit aus. Das Ende der Auseinandersetzung erlebte Robert Parsons nicht mehr. Er starb am 15. April 1610 in Rom und wurde in der Kirche des englischen Kollegs beigesetzt.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Parsons)

Werke:

2 In nomine-Sätze für 4 Instrumente

Mari Fe Pavón

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Werke:

Sonata da camera

Carlos Pérez
* 1976

Carlos Pérez ist ein chilenischer Gitarrist und Komponist. Er begann mit der Ausbildung als Gitarrist bereits im frühen Alter. Später absolvierte er an der Universität von Santiago bei Prof. Ernesto Quezada sein Musikstudium mit "Auszeichnung", Gitarre als Hauptfach.

Pérez ist erster Preisträger verschiedener bedeutender Gitarrenwettbewerbe in Südamerika und Europa. Seine Konzerte führten ihn in zahlreiche Länder Europas, Nord- und Südamerikas sowie nach Neuseeland. Vier CDs mit einem breitgefächerten Programm sind vom Künstler bei Prodimus, bzw. Opera tres eingespielt worden. Auch als Komponist und Herausgeber trat Carlos Pérez in den letzten Jahren hervor. Eine gemeinsame Tournee im Oktober 2005 mit Caterina Lichtenberg durch Chile machten den Komponisten mit den klanglichen Möglichkeiten der Mandoline vertraut.

Werke:

Variaciones sobre un Villancico Traditional Chileno

Hasso Gottfried Petri
* 07.02.1927 in Berlin † 2003 in Vechta

Hasso Gottfried Petri, geboren am 7. Februar 1927 in Berlin.
Musikstudien: Flöte bei Gustav Scheck u. a.; Blockflötenchor bei Hans Frenz; Klavier bei Hoffmann, Puchelt, Riebensam und Vischer; Komposition bei E. Schauss, K. von Wohlfurt, K. Doebler, Heinz-Friedrich Hartig und Boris Blacher.

Privatdozent an der Humboldt-Universität, Organist und Chorleiter, Dozent an der Volkshochschule Wedding.
Zusätzliches Studium in Schulmusik und schließlich Promotion zum Dr.phil. in Musikwissenschaft.

34 Jahre engagierter Schuldienst, zuletzt während 25 Jahren an der Liebfrauenschule in Vechta.
Aus der dortigen Abschiedslaudatio seien einige wesentliche Sätze zitiert:

"„Diese Jahre (des Schuldienstes) haben verdeckt, was als andere berufliche Möglichkeit in Ihnen gesteckt hätte: eine eher theoretische und / oder praktische Beschäftigung mit der Musik, nämlich als Pianist oder Flötist oder Komponist. Die letztgenannte Fähigkeit fand u. a. Beachtung mit einem 3. und einem 1. Preis beim Internationalen Komponistenwettbewerb in Vercelli. Das hieß: Sie konnten von 460 Bewerbern aus 36 Ländern das beste Ergebnis erzielen.

(...) Infolge Ihrer schweren Kriegsbehinderung (Beinamputation, die Red.) nahm Ihr Leben einen anderen als vorgesehenen Verlauf. Sie betätigten sich in Berlin an verschiedenen Musikschulen sowie am Rundfunk, studierten nebenbei Schulmusik mit dem Beifach Erdkunde. Tätigkeiten am Salvator Gymnasium Berlin und nach dem Bau der Mauer am Gymnasium Münstereifel folgten.

Über eine Gastvorlesung an der PH kamen Sie nach Vechta. (...) Es wundert mich, dass es der gebürtige Berliner in Vechta ausgehalten hat. Infolge der Kriegsverletzungen konnten Sie nie uneingeschränkt über Ihre physischen Kräfte verfügen. Sie versuchten es trotzdem. Die Musik bot in solchen Situationen lustvollen Umgang mit ihren ästhetischen Gebilden, oder Sie griffen zur Feder, um im Wort zu gestalten, was Sie innerlich bewegte. Ich erinnere an Ihre Gedichte, an Ihre Satiren. Ich erinnere an Ihre Tiffany- und andere handwerklich-künstlerischen Passionen.

Langeweile kannten Sie jedenfalls nicht. Und der Mut ging auch nie verloren. Da Sie eine grundsätzliche Abneigung gegen juristische Formalitäten hatten, dazu einen Widerwillen gegen Rechenoperationen, zum Beispiel bei der Vergabe von Punkten, lässt sich ermessen, worin die für Sie typische Belastung bestanden hat. (...) Punkte brauchen Sie künftig nicht mehr zu zählen, höchstens noch Takte und Lebensjahre, und das dürfte zweifellos klappen (...)."

Werke:

Musik aus Afrika. Für 2-3 Blockflöten
Musik aus China. Für 2-3 Blockflöten
Musik aus Indien. Für 2-3 Blockflöten
Musik aus Indonesien für 2-3 Blockflöten
Musik aus Israel für 2-3 Blockflöten
Musik aus Mexico für 2-3 Blockflöten oder Querflöten
Musik aus Südostasien (Birma und Kambodscha)
Musik aus Südostasien (Vietnam). Für 2-3 Blockflöten
Musik aus Ungarn. Für 2-3 Blockflöten
Zwei Sonaten

Ernst Pfiffner
* 06.12.1922 in Mosnang † 09.07.2011 in Basel

Ernst Pfiffner besuchte Klosterschulen in Engelberg und Disentis bis zur Matura 1942. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Einsiedeln, Rom, Regensburg und Basel. Während dieser Zeit erlangte er bei Eduard Müller das Orgeldiplom und betrieb Kompositionsstudien bei Walther Geiser, Willy Burkhard, Nadia Boulanger und Robert Suter.

1950-87 war Pfiffner Organist und Chorleiter an der Kirche St. Michael in Basel sowie 1967-87 Direktor der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern.
Pfiffners kompositorisches Œuvre umfasst Orgel-, Kammer- und Orchesterwerke sowie Vokal- und Chormusik zumeist geistlich-religiösen Inhalts.
(Bildquelle: www.amadeusmusic.ch)

Werke:

Metamorphosen des königlichen Themas für Violine und Cembalo
Miniatures bibliques für Flöte und Violine
Stazioni di San Francesco (1978/9; 1981)

André Danican Philidor
* 1652 in Versailles † 11.08.1730 in Dreux

André Danican Philidor, genannt „"l’'ainé“" ("der Ältere") war ein französischer Komponist, Hofmusiker und Musikarchivar unter König Ludwig XIV.

André Danican trat am 12. Oktober 1659 in „Grande Ecurie“ des Königs als Cromorne- und Trumscheitspieler ein. Er folgte in dieser Position seinem Onkel Michel II. Er war von 1667 bis 1677 Oboist der Musketiere. Als solcher folgte er dem König auf dessen Eroberungszügen nach Flandern und den spanischen Niederlanden, wo er an der Belagerung von Maastricht teilnahm, sowie in das Elsass und nach Lothringen. Während dieser Zeit komponierte er hauptsächlich Militärmärsche.

Im Laufe der Zeit diente er als Oboist, Flötist, Fagottist und Violinist (Dessus de violon) in der „Chambre et Grande Écurie du Roy“. 1682 erhielt er den begehrten Titel des „Ordinaire de la Musique du Roy“ 1702 übertrug man ihm die Verantwortung über die Musik-Bibliothek des Königs und er erhielt gleichzeitig das königliche Privileg, seine Kompositionen zu veröffentlichen. Bis heute bildet Danicans reichhaltige, sorgsame Zusammenstellung den Grundstock der Musik-Bibliothek von Versailles und der Musiksammlung der Nationalbibliothek. Diese umfangreiche Sammlung enthält höfische Opern, Ballette, Instrumentalmusik und Kirchenmusik des gesamten 17. Jahrhunderts, teils als Autograph, teils als handschriftliche Kopien Danicans. Zu seinen Lebzeiten umfasste sie bereits mehr als 10.000 handschriftliche Bände, die noch nicht gedruckt waren, darunter fast alle Werke von Lully und die Vokalmusik von Delalande.

Sein Sohn François-André Danican Philidor wurde als Komponist und Schachspieler bekannt.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Danican_Philidor)

Werke:

Bläsermusik aus der Philidor-Sammlung zu 4 bis 6 Stimmen

Peter Philips
* 1561 † 1628

Peter Philips (* 1561; gest. 1628) war ein englischer Komponist der Renaissance.

Philips schrieb eine Reihe von Motetten und Madrigalen, sowie zahlreiche Werke für das Cembalo. Sein Stil ist für die englische Musik der Renaissance eher untypisch, und spiegelt die Einfluss von Reisen in die Niederlande und nach Italien in seiner Jugendzeit wider.
Philips gehörte als Katholik im protestantischen England des 16. Jahrhunderts zu einer benachteiligten Minderheit. 1593 wurde er angeklagt, die Ermordung der Königin Elisabeth geplant zu haben, wurde aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Philips)

Werke:

Pavane & Galliarde "Pagget" + Aria del Gran Ducafür fünf Instrumente

Astor Piazzolla
* 11.03.1921 in Mar del Plate † 04.07.1992 in Buenos Aires

Astor Pantaleón Piazzolla war ein argentinischer Bandoneon-Spieler und Komponist. Er gilt als Begründer des Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des traditionellen Tango Argentino.

Astor Piazzolla, das einzige Kind von Vicente „Nonino“ Piazzolla (aus Trani in Italien) und Asunta Mainetti (aus der italienischen Provinz Massa-Carrara), war vier Jahre alt, als seine Familie wegen der schlechten Wirtschaftslage in Argentinien nach New York auswanderte, wo sich sein Vater in Greenwich Village einen Friseursalon einrichtete.
Die musikalische Begabung des jungen Astor wurde früh erkannt. Neben Klavier lernte er auch, seinem Vater zuliebe, Bandoneon (der Vater hatte ihm 1929 ein Instrument geschenkt). Über die Tangobegeisterung des Vaters sagte Piazzolla: "Mein Vater hörte ständig Tango und dachte wehmütig an Buenos Aires zurück, an seine Familie, seine Freunde - [...…] immer nur Tango, Tango."

Piazzolla selber begeisterte sich für Jazz und die Musik Johann Sebastian Bachs. Auch die Begegnungen des Neunjährigen mit der Tangolegende Carlos Gardel, einem Freund der Familie, änderte diese Prioritäten nicht. (Allerdings spielte Piazzolla in dem in den USA gedrehten Film El día en que me quieras 1930 neben Gardel eine kleine Rolle als Zeitungsjunge.)

1937 kehrte die Familie nach Buenos Aires zurück, wo eine Aufführung des Tango-Ensembles von Elvino Vardaro zu einem Schlüsselerlebnis für Piazzolla wurde: Hier erlebte er erstmals eine neuartige Tango-Interpretation, die ihn begeisterte. Er übte nun vermehrt und perfektionierte sein Bandoneonspiel.

1939 wurde er Mitglied des Orchesters von Aníbal Troilo, für das er auch Stücke arrangierte. Eine Begegnung mit dem von ihm sehr geschätzten Pianisten Arthur Rubinstein bestärkte Piazzolla im Wunsch, einen akademischen Weg zu gehen. Ab 1940 nahm Piazzolla daher Kompositionsunterricht bei dem nur wenig älteren Alberto Ginastera, der bereits kurz nach Abschluss des Konservatoriums als musikalischer Hoffnungsträger der Nation galt und mit seinen ersten Ballett- und Instrumentalwerken für Aufsehen sorgte.
1944 verließ Piazzolla das Orchester von Troilo und arbeitete zunächst für zwei Jahre als Solist und Arrangeur im Orchester von Francisco Fiorentino.
1946 gründete er sein erstes eigenes Orquesta Tipica, das bis 1948 Bestand hatte. In dieser Zeit veröffentlichte er unter seinem Namen die ersten Schallplatten. 1949 löst sich dieses Ensemble wieder auf.

In der ersten Hälfte der 50er Jahre komponierte Piazzolla einige Orchester- und Kammermusikwerke, es entstanden die Rapsodía porteña (1952), die preisgekrönte Sinfonie Buenos Aires (1953) und die Sinfonietta (1954), für die er mit dem nationalen Kritikerpreis geehrt wurde. Von seinen frühen Tangos aus den 40er Jahren hingegen distanzierte er sich in der Öffentlichkeit, da er als Komponist ernst genommen werden wollte, was ihm mit Tango zu jener Zeit unmöglich schien. Zwar feierte in Europa, von Paris ausgehend, eine harmlos-tanzbare Tango-Variante Triumphe, doch in Argentinien hatte der Tango sehr lange einen schlechten Ruf, vor allem bei der Oberschicht.

1954 erhielt Piazzolla im Zusammenhang mit dem Preis für seine Sinfonietta ein Stipendium für Europa und ging nach Paris, um bei Nadia Boulanger Komposition zu studieren. Beim ersten Vorspielen verschwieg er, dass er Tangos gespielt und komponiert hatte. Piazzolla erklärte seine Gründe so: In Wahrheit schämte ich mich, ihr zu sagen, dass ich Tangomusiker war, dass ich in Bordellen und Kabaretts von Buenos Aires gearbeitet hatte.

Tangomusiker war ein schmutziges Wort im Argentinien meiner Jugend. Es war die Unterwelt. Boulanger entdeckte beim Durchsehen von Piazzollas Partituren Einflüsse von Ravel, Strawinsky, Bartók und Hindemith, vermisste jedoch eine individuelle Handschrift und bat Piazzolla, einen Tango auf dem Klavier zu spielen. Hinterher sagte sie Piazzolla deutlich die Meinung: "Du Idiot! Merkst Du nicht, dass dies der echte Piazzolla ist, nicht jener andere? Du kannst die gesamte andere Musik fortschmeißen!" Piazzolla nahm den Rat an, zusätzlich belegte er Dirigierkurse bei Hermann Scherchen.

1955 kehrte Piazzolla nach Argentinien zurück. Er gründete das Octeto Buenos Aires: zwei Bandoneons, zwei Violinen, einen Bass, Cello, Klavier und eine elektrische Gitarre. Mit diesem Ensemble begann die Neuinterpretation des Tangos: Der Tango Nuevo. 1960 gründete er ein weiteres Ensemble, ein Quintett aus Violine, Gitarre, Klavier, Bass und Bandoneon. Anfänglich stießen seine Werke auf Kritik und Ablehnung, da sie sich vom ursprünglichem Tango stark unterschieden. Die Anfeindungen gingen so weit, dass Piazzolla und seine Familie sich in Buenos Aires mitunter kaum auf die Straße wagen konnten. Doch er arbeitete weiter und komponierte, konzertierte und erstellte Arrangements seiner Werke für unterschiedlichste Besetzungen mit enormer Produktivität.

Im Laufe seines Lebens komponierte er über 300 Tangos und Musik für fast 50 Filme und spielte rund 40 Schallplatten ein. Dabei arbeitete er mit Literaten zusammen wie Jorge Luis Borges und Horacio Ferrer, mit der Schauspielerin Jeanne Moreau, mit dem Regisseur Fernando Solanas und initiierte und leitete genreüberschreitende Projekte, unter anderem mit dem Kronos Quartet und mit Jazz-Musikern wie Gary Burton oder Gerry Mulligan. Außerdem schrieb er für Pina Bauschs Tanztheater die Musik zum Ballett Bandoneón. Während der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 lebte Piazzolla in Italien, kehrte aber immer wieder nach Argentinien zurück. Insbesondere die Zeit von 1978-1988 gilt als Höhepunkt seines Schaffens. In dieser Zeit arbeitete er mit seinem zweiten Quintett, in dem Pablo Ziegler (Klavier), Fernando Suarez Paz (Violine), Horacio Malvicino (Gitarre) und Hector Console (Kontrabass) mitwirkten.

Im August 1990 erlitt er in Paris einen Schlaganfall, der weiteres Komponieren unmöglich machte. Er starb zwei Jahre später in Buenos Aires.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Astor_Piazzolla)

Werke:

Tango

Francesco Piccone
* 1685 † 1745

Francesco Piccone (1685-1745) Über das Leben des Komponisten ist nichts bekannt. Sein Name ist nur durch seine Kompositionen überliefert, die eine überdurchschnittliche Begabung Piccones bezeugen.

Anhand seiner Kompositionen ist zu vermuten, dass er eher in Norditalien lebte. Sein Stil und der künstlerische Ausdruck verortet ihn in der Nähe Vivaldis. Ganzs sicher ist auch, dass er für Barockmandoline komponierte. Im Jahr 1732 veröffentlichte Piccone in Rom eine Sammlung mit 70 Tanzstücken für Barockmaldoline solo.

Werke:

Divertimento di Mandola
Sinfonia per la Mandola
Sonate C-Dur
Studio per la Mandola

Fritz Pilsl
* 11.07.1933 in Langendorf/Tschechoslowakei † 11.03.2018

Fritz Pilsl wurde 1933 in Langendorf/Tschechoslowakei geboren. Er studierte in Trossingen Klavier und Akkordeon sowie Komposition bei Hugo Herrmann und Bernhard Rövenstrunk.

Als Lehrkraft an der Musikschule der Stadt Neu-Ulm, deren Leiter er von 1984 bis 1996 war, entdeckte er sein Interesse für die Gitarre. Zu seinem Kompositionsstil und seiner Einstellung zur „Neuen Musik“ sagt Fritz Pilsl: „Ich bin kein Freund von Geräuschmusik. Selbst wenn man mir vorwirft, ich wäre bereits ein bisschen veraltet, nehme ich das gerne in Kauf. Wir haben so herrliche Töne auf unseren Instrumenten, die in ihren klanglichen Möglichkeiten genügend Freiraum zum Komponieren lassen. Ich bin ein Harmoniker. Als Harmoniker kann man sich schwer vom Klang trennen und mit Geräuschen arbeiten. Im Sinne der Avantgarde bin ich ein zeitgenössischer, kein moderner Komponist.“ (Interview von Josef Wieland) Fritz Pilsl wurde durch seine Tätigkeit als Dozent beim Schweinfurter Mandolinen- und Gitarrenseminar zur Komposition der Katzenspiele angeregt. Die Uraufführung fand am 27. April 1986 durch das Mandolinenorchester Essen-Ost unter Leitung von Detlef Tewes statt.

Werke:

Katzenspiele (Bass)

John Playford
* 1623 in Norwich † 1686 in London

John Playford war ein englischer Musikverleger.
1651 veröffentlichte Playford eine erste Sammlung von damals in den bürgerlichen Kreisen üblichen Social Dances mit Noten und Tanzbeschreibungen. Dieses erste Heft mit dem Titel The English Dancing Master war so erfolgreich, dass insgesamt 18 Auflagen bis 1728 erschienen - mit etwa neunhundert Tänzen mitsamt der dazu gehörigen Tanzbeschreibungen.

Die zugrunde liegenden Melodien waren zum Teil sehr alte Liedmelodien, die in den Bearbeitungen Playfords noch bis in das 19. Jahrhundert hinein häufig verwendet wurden.

Einige dieser Tänze wurden 1950 von Georg Götsch gemeinsam mit Rolf Gardiner in dem Buch Alte Englische Kontratänze herausgegeben. Georg Götsch initiierte die Musische Gesellschaft und prägte in der Gründungszeit ab 1952 die inhaltliche Ausrichtung auf Burg Fürsteneck mit. Beide Institutionen pflegen die Playford-Tänze bis in die heutige Zeit.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/John_Playford)

Werke:

The English Dancing Master Vol. 1. Leichte Tanzmelodien für Sopranblockflöte solo
The English Dancing Master Vol. 2. Leichte Tanzmelodien für Sopranino- oder Sopranblockflöte (Altblockflöte) solo

Emile Poncin
* 1944

Emile Poncin wurde 1944 in Belgien geboren. Nach einem Graphik-Studium arbeitete er zunächst als graphisch-technischer Illustrator. Danach begann er ein Musikstudium an der Musikakademie in Merksen und am königlichen flämischen Konservatorium in Antwerpen.

Emile Poncin lebte sechs Jahre in Köln und war während dieser Zeit Mitglied des Grenzland-Zupforchsters Nordrhein-Westfalen. Er erhielt Privatunterricht bei Prof. Marga Wilden-Hüsgen. 1994 erhielt er den Förderpreis im Konrad-Wölki-Kompositionswettbewerb in Schweinfurt.

Werke:

Classic or not
Little Jazzy Suite

Isaak Posch
† 1623 in Laibach

Isaak Posch war ein österreichischer Komponist und Organist.

Über Poschs Lebensweg ist wenig bekannt. Er war Protestant und stand den evangelischen Kärntner Landständen nahe, die Anfang des 17. Jahrhunderts unter starkem Druck ihres katholischen Landesherren Ferdinand II. standen, der die Gegenreformation in Innerösterreich energisch vorantrieb. Posch war von 1614-1618 bei den Ständen als Landschaftsorganist angestellt. Er spielte bei Privatandachten in den Schlosskapellen des Adels und auch bei repräsentativen Anlässen und Festen der Stände. 1618 heiratete er eine Klagenfurter Bürgerstochter und wechselte nach Laibach, der Hauptstadt von Krain. Auch dort war er wiederum für evangelische Adlige tätig. Wer ihn angestellt hatte, ist unbekannt. Anfang 1623 ist er jung verstorben.
Isaak Posch hat neben geistlicher Musik, auch zahlreiche weltliche Werke, vor allem Suiten geschrieben. 1618 ließ er in Regensburg eine erste Sammlung seiner Werke unter dem Titel Musikalische Ehrnfreudt drucken und widmete sie den Kärntner Landständen. 1621 folgte eine zweite Sammlung mit dem Titel Musikalische Tafelfreudt.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Posch)

Werke:

Intraden & Couranten für 4 Instrumente
Paduana & Gagliarda für 5 Instrumente
Paduana und Gagliarda "Echo" zu fünf Stimmen

Kit Powell
* 1937 in Wellington, Neuseeland

Kit Powell wurde 1937 in Wellington, Neuseeland geboren. Seit 1984 wohnt die Familie Powell in der Schweiz, wo er neben seiner Kompositionstätigkeit als Theorielehrer am Konservatorium Zürich (Musikalische Früherziehung) bis zu seiner Pensionierung in 2003 amtete.

Nach seiner Universitätszeit (Abschlüsse in Musik und Mathematik) arbeitete Kit Powell zuerst als Musik- und Mathematiklehrer an einer neuseeländischen High School und später als Musikdozent am Teachers Training College in Christchurch, wo er u.a. Leiter von zahlreichen Kursen in der Neuen Musik und "Creative Music" war. Er hat in fast allen Bereichen komponiert: Chor (gesungen und gesprochen), Orchester, Kammermusik, Brass Band, Perkussion, Musiktheater, Computer Musik und ist Autor von Büchern über Musikunterricht (z.B. „Musik mit gefundenen Gegenständen“, Pan Verlag, 1982). Ein wichtiger Teil seines Schaffens sind Vertonungen der Dichter Michael Harlow (NZ) und Jürg Schubiger (CH). Er ist u. a. Mitglied vom Schweizerischen Tonkünstlerverein und der Composers Association of New Zealand.

Weitere Informationen über Kit Powell

Werke:

Galgenlieder für Sprech-/Sing-Chor und Instrumente
Musik mit gefundenen Gegenständen

Hieronymus (I.) Praetorius
* 10.08.1560 in Hamburg † 27.01.1629 in Hamburg

Hieronymus (I.) Praetorius wurde am 10. August 1560 in Hamburg geboren. Einer Musikerfamilie entstammend, erhielt Praetorius seine erste musikalische Ausbildung durch seinen Vater Jacob Praetorius den Älteren, einen Organisten. Hieronymus erhielt seine erste musikalische Ausbildung zunächst 1573 in Hamburg bei Hinrich thor Molen und später in Köln bei Albinus Walran von 1574 bis1576.

Nach einer Zwischenstation als Stadtkantor in Erfurt 1580–-1582 kehrte er nach Hamburg zurück und folgte seinem Vater nach dessen Tod im Organistenamt an der Hamburger St. Jacobikirche nach und gelangte auf dieser Stelle zu internationaler Berühmtheit. Er nahm an der Gröningen organ examination 1596 teil, an der Hans Leo Hassler und Michael Praetorius (1571–-1621), dem Schöpfer des bekannten Traktats Syntagma musicum, ebenfalls teilnahmen; dies war möglicherweise sein einziger Kontakt mit anderen Komponisten polychoraler Werke. Drei seiner vier Söhne waren ebenfalls Musiker.

Praetorius schuf in erster Linie Orgelwerke und bedeutende vokale Kirchenmusik. Er gilt als früher Vertreter oder gar Begründer der „Norddeutschen Orgelschule“. Im Hamburgischen Musikleben genoss Hieronymus Praetorius höchstes Ansehen – belegt auch dadurch, dass große Teile seiner Werke noch zu Lebzeiten in repräsentativen Ausgaben veröffentlicht worden sind. Um 1600 wurde auch bei den Evangelischen Komponisten nach dem Vorbild italienischer Komponisten mehrchörige Musik beliebt. Praetorius 102 lateinischen und deutschen Motetten für bis zu vier Chören gehören zu den frühesten von Venedig inspirierten Werken, die in Norddeutschland publiziert wurden. Sie sind im Stil den polychoralen Motetten Hasslers ähnlich, aber der Textausdruck ist lebendiger, da Praetorius größere Kontraste von Text, Harmonie und Rhythmus einführt.

Werke:

2 Weihnachtssätze für 8 Stimmen oder Instrumente in 2 Chören

Michael Praetorius
* 15.02.1571 in Creuzberg † 15.02.1621 in Wolfenbüttel

Michael Praetorius, eigentlich Michael Schultheiß war ein deutscher Komponist, Organist, Hofkapellmeister und Gelehrter im Übergang von der Renaissance- zur Barockzeit.

Praetorius war ein Sohn des lutherischen Pfarrers Michael Schulteis, eines Schülers von Johann Walter. Nach Schuljahren in Torgau und Zerbst begann er in Frankfurt (Oder) unter der Obhut seiner beiden älteren Brüder, die hier Pfarrstellen innehatten, ein Studium der Theologie und Philosophie. Ohne bis dahin geregelten Musikunterricht gehabt zu haben, übernahm er 1587 das Organistenamt an der dortigen Marienkirche.
1589 dürfte er diese Stelle jedoch aufgegeben haben; seit 1592/93 befand er sich nach eigenem Zeugnis in Wolfenbüttel, wo er bald darauf in den Dienst des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel trat. Er wurde Mitglied von dessen Hofkapelle, zunächst als Organist, seit 1604 als Kapellmeister.

Die Entstehung seiner ersten Kompositionen fällt in die Zeit um 1602/03. Ihre Veröffentlichung spiegelt in erster Linie die Musikpflege am Hof zu Gröningen, enthält aber auch Kompositionen, die Praetorius 1603 während des Reichstags in Regensburg aufgeführt hatte. Schon die Motetten dieser Sammlung zeigten ihn als einen Komponisten, der als einer der ersten in Deutschland von den in der neueren italienischen Musik entwickelten aufführungspraktischen Möglichkeiten Gebrauch machte.1603 heiratet Praetorius Anna Lakemacher, die einem alten Halberstädter Ratsgeschlecht entstammte.

Gegenüber diesen erstaunlich „modernen“ Stücken schließen sich die Werke der mittleren Schaffenszeit, die neun Teile der „Musae Sioniae“ (1605–10) sowie die 1611 veröffentlichten Sammlungen liturgischer Gebrauchsmusik (unter anderem Messen, Hymnen, Magnificatsätze), eng an die deutsche Tradition der protestantischen Choralbearbeitung an. Mit ihnen folgte Praetorius der Aufforderung eines Kreises orthodoxer Lutheraner um die Herzogin Elisabeth, der in der Abwesenheit des Herzogs das Regiment im Herzogtum innehatte. Anstelle von Hofmusik erwartete man von Praetorius nun in erster Linie Musik für den allgemeinen Gebrauch in Kirchen und Schulen.
Als der Herzog 1613 starb, blieb Praetorius zwar nominell im Dienst von dessen Nachfolger, Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, war aber bereits während des Trauerjahres am Hof des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen in Dresden tätig und trat danach als Leiter von Festmusiken großen Stils unter anderem in Naumburg, Halle, Braunschweig, Halberstadt, Kassel und Darmstadt in Erscheinung. Die für Solosänger, Chor und Instrumente besetzten Kompositionen, die er für diese Anlässe schuf, bilden den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Praetorius der bedeutendste Anwalt des aus Italien kommenden konzertierenden Stils in Deutschland. Dem Dresdner Hof, an dem seit 1615 auch Heinrich Schütz wirkte, blieb er als „Kapellmeister von Haus aus“ bis zu seinem Tod verbunden.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Praetorius)

Werke:

Choralsätze für 8 Stimmen oder Instrumente in 2 Chören
Weihnachtschoräle (Musae Sioniae, 1609)
für 4 Stimmen oder Instrumente


Josquin des Près
† 27.08.1521 in Condé-sur-l'Escaut

Josquin Desprez war ein franko-flämischer Komponist und Sänger.
Josquin Desprez beherrschte alle kompositorischen Techniken der Frührenaissance meisterhaft und gilt als bedeutendster Vertreter dieser Zeit. Er war schon zu Lebzeiten ein berühmter Komponist.

Jossequin Lebloitte dit Desprez wurde wahrscheinlich um 1450 oder etwas später als Sohn des Gossard Lebloitte dit Desprez (†1466 (?)) und dessen Ehefrau, vielleicht einer Jeanne, geboren. Sein Geburtsort lag wohl im Hennegau, wahrscheinlich in der Nähe von Saint-Quentin. Kindheit und Jugend Josquins sind nicht dokumentiert. Vielleicht war er Chorknabe in Saint-Quentin.
Falls der im Sängergebet Loyset Compères genannte „Josquin“ mit unserem Komponisten identisch ist, erfreute er sich bereits vor 1474, vielleicht sogar schon 1468 hoher Wertschätzung unter seinen Kollegen, denn er wird in einem Atemzug mit Antoine Busnoys, Johannes Ockeghem, Johannes Tinctoris, Johannes Regis und Guillaume Du Fay genannt.
Wann Josquin Schüler Ockeghems war, ist nicht bekannt. Wie aus der auffallend häufigen Verwendung ockeghemscher Themen im Frühwerk Josquins hervorzugehen scheint, hat der Jüngere Ockeghem sehr bewundert. Nach 1497 komponierte Josquin auf den Tod Ockeghems die Nänie Nymphes des bois.
Im April 1477 ist Josquin als Mitglied der Kapelle des in Aix-en-Provence residierenden Herzogs René von Anjou dokumentarisch nachweisbar. Diese Anstellung bestand spätestens seit Anfang 1475. Im März 1478 wurde Josquin die erste freiwerdende Präbende an der Kollegiatskirche Sainte-Maxe-du-Chateau in Bar-le-Duc versprochen. Josquin trat diese Präbende nicht an. Als Herzog René 1480 starb und seine Herzogtümer Anjou und Bar an den französischen König Ludwig XI. fielen, übernahm dieser die Kapelle des Verstorbenen. Ludwig, im September 1481 an einem Schlaganfall erkrankt, ließ in der Sainte-Chapelle des königlichen Palastes zu Paris eine von ihm gestiftete Messe täglich um sieben Uhr morgens von acht Sängern aus der früheren Kapelle des Herzogs singen. Es ist gut möglich, dass Josquin zu diesen Sängern gehörte. Anscheinend machte Josquin den König mit der Motette Misericordias Domini auf sein Talent aufmerksam. Deren Text hatte der König auf fünfzig riesige Pergamente schreiben und in den Räumen seiner Residenz (Plessis-lès-Tours) aufhängen lassen.

Im Frühjahr 1483 hielt sich Josquin in Condé-sur-l’Escaut auf, wo er seinen Anspruch auf Grundbesitz anmeldete, den sein Onkel Gilles Lebloitte und dessen Ehefrau Jacque Banestone ihm vererbt hatten. Anlässlich dieses Aufenthaltes erhielt Josquin ein Weingeschenk von der dortigen Hauptkirche Notre-Dame.
1483/84 ging Josquin nach Italien, allerdings nicht schon vor 1459, wie lange angenommen. Bei dem Josquin, der um 1459 als Biscantor am Mailänder Dom tätig war und in den 1470er Jahren der Hofkapelle des Mailander Herzogs angehörte, handelt es sich um den 1498 verstorbenen Josquin de Kessalia (auch Jodocus de Francia, de Alamania, Joschino di Picardia).
Am 19. Juni 1484 ist Josquin im Haushalt des mächtigen Kardinals Ascagnio Sforza (1455–-1505) nachweisbar. Josquin hatte sich wegen seiner Pfründe an der Kirche Saint-Aubin mit der Bitte an die Kurie gewandt, von der Residenzpflicht und der Amtsvoraussetzung der Priesterschaft entbunden zu werden, und sich bei dieser Gelegenheit als capellanus et familiaris continuus commensualis des Ascagnio bezeichnet. Als Prokurator hatte er einen hohen Beamten der Hofkanzlei Ludwigs XI. genannt. Im August 1484 siedelte Ascagnio nach Rom über\semikolon Josquin scheint ihn begleitet zu haben. Doch bereits 1485 war Josquin mit Vorbereitungen befasst, den Haushalt Ascagnios zu verlassen. Wahrscheinlich fand er beim Herzog von Mailand, Gian Galeazzo Sforza (1469–-1494), Anstellung\semikolon wenigstens wird er in einem Dokument vom Februar 1489 „Sänger des Herzogs“ genannt.

1486 wurde Josquin Mitglied des Päpstlichen Kapellchores in Rom. Er ist dort von September 1486 bis Januar 1487, im September 1487 und von Juni 1489 bis März 1494 als anwesend verzeichnet. Aus verschiedenen Dokumenten geht hervor, dass Josquin der Päpstlichen Kapelle wenigstens bis zum 30. November 1494 oder sogar bis zum 28. Februar 1495 angehört hat. Zu seinen Kollegen zählten u. a. Gaspar van Weerbeke und Marbriano de Orto. In dieser Zeit bemühte sich Josquin verstärkt um Pfründen, wobei er selbst Rechtsstreitigkeiten nicht scheute. So wurde im Februar 1489 vor dem französischen Parlament der Rechtsstreit Josquins über ein Benefizium an Saint-Aubin verhandelt. Am 9. September 1489 erhielt Josquin durch päpstlichen Erlass rückwirkend zum 1. November 1486 eine Präbende und ein Kanonikat in Saint-Omer, zugleich die Expektanz (Anspruch) auf ein dem Benediktinerkloster Saint-Ghislain gehörendes Benefizium. Am 8. November 1493 begannen Ermittlungen gegen Emericus de Honstat, einen Kaplan an der Wallfahrtskirche von Basse-Yttre bei Nivelles, gegen den Josquin den Vorwurf der Simonie erhoben hatte. Außerdem sprach man Josquin zwei Pfründen an Kirchen bei Frasnes zu. Schließlich wurde Josquin rückwirkend zum 9. November 1494 das Kanonikat und die Präbende von Saint-Géry in Cambrai verliehen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Josquin eine dieser Pfründen angenommen hat. Nach seiner Zeit in Rom scheint Josquin in Beziehung zum burgundischen Hof Philipp des Schönen gestanden zu haben. Darauf lässt der Umstand schließen, dass er um 1495 dem Erzherzog sein Stabat mater schickte. Wie es scheint, fand Josquin vorerst keine Anstellung im Norden und so ist es nicht unwahrscheinlich, dass er 1498/1499 wieder dem Haushalt des Kardinals Ascagnio angehörte. Jedenfalls wird in zwei Briefen ein Juschino erwähnt, der damit beauftragt war, ein Rudel Jagdhunde nach Rom zu bringen.

Um 1500 scheint Josquin einige Jahre Mitglied der Hofkapelle des französischen Königs Ludwig XII. (†1515) gewesen zu sein. Glarean berichtet, Josquin habe die Motette Memor esto verbi (Gedenke des Wortes) geschrieben, um den König an ausstehende Lohnzahlungen zu erinnern, die Motette Bonitatem fecisti (Du hast Gutes getan) aber, um sich für die Erfüllung irgendeines Versprechens zu bedanken. Dabei könnte es sich um die Übertragung eines Kanonikats in Saint-Quentin gehandelt haben. Dass Josquin dieses tatsächlich innehatte, geht aus Dokumenten vom 30. Mai 1503 hervor. Außerdem, so Glarean weiter, habe Josquin ein Stück geschrieben, in welchem er den geringen musikalischen Fähigkeiten Ludwigs XII. (oder doch eher Ludwigs XI.) auf scherzhafte Weise Rechnung getragen habe.

In einem Brief vom 14. August 1502 machte Girolamo da Sestola (Il Coglia) seinem Dienstherren Herzog Ercole I. d’Este von Ferrara († 1505) den Vorschlag, Josquin das seit 1497 verwaiste Amt des Hofkapellmeisters zu geben. Wenig später, am 2. September 1502, empfahl Gian di Artiganova, auch er auf der Suche nach einem Hofkapellmeister, die Anstellung Heinrich Isaacs, der ihm für den Posten williger und geeigneter erschien und auch nicht so hohe Gehaltsforderungen wie Josquin stellte. Der Herzog entschied sich für Josquin und gewährte diesem ab März 1503 Bezüge. Doch erst Ende April 1503 traf Josquin, aus Frankreich kommend, in Ferrara ein. Im Sommer 1503 brach dort die Pest aus, weshalb der Herzog im September seinen Hof nach Comacchio verlegte. Die Epidemie dauerte bis Anfang 1504, brach aber auch später immer wieder aus. Dies war vielleicht der Grund, weshalb Josquin Ferrara bereits nach einem Jahr verließ. Für den Herzog hat Josquin sein Miserere komponiert.
Am 3. Mai 1504 wurde anlässlich der Errichtung einer neuen Kirchturmspitze für Notre Dame in Condé-sur-l’Escaut die Aufnahme von vier neuen Kanonikern erwähnt, unter ihnen Monsieur le prevost messire Josse de pres. Zu dieser Kirche hatte Josquin spätestens ab den 1470er-Jahren enge Beziehungen unterhalten, durch Tausch mit seiner Präbande in Saint-Quentin kürzlich hier sogar ein Benefizium erlangt. Als Propst übte Josquin die weltliche Macht im Sprengel aus. Der Gottesdienst wurde hier mit größerem Aufwand als in anderen Kirchen gleichen Ranges gefeiert. Der Chor umfasste 16 Vikare und sechs Chorknaben, was die Aufführung sechstimmiger Musik ermöglichte.

Aus Josquins letztem Lebensabschnitt ist wenig bekannt. Am 23. Mai 1508 teilte das Kapitel der Regentin der Niederlande, Margarete von Österreich, mit, dass Josquin sich guter Gesundheit erfreue. Offenbar war man am Hofe Margaretes davon ausgegangen, dass der am 20. Mai 1508 verstorbene Duwez bis zu seinem Tode Propst in Condé gewesen war. Dies lässt erkennen, dass Margarete Josquin nicht kannte und keine Vorstellungen von seinem Aufenthalt hatte. Im Mai 1509 verhandelte Josquin mit Rom wegen eines Benefiziums in Arras, im Januar 1513 wegen eines Benefiziums in Tournai. 1519 bat Margarete Josquin, sich für die Einsetzung eines Jehan Lommel als Dekan in Condé einzusetzen.
Am 23. August 1521 suchten Stadtbeamte Condés Josquin auf, um die Rechtmäßigkeit seines Anspruchs, gewisse Rechte zu vererben, zu überprüfen. Josquin sagte von sich, dass er ein Ausländer von jenseits des Flusses Noir Eauwe ([Eau Noire]) sei, also von jenseits der Grenze stamme. Am 27. August 1521 starb Josquin Desprez. Er vererbte der Kirche Notre Dame ein Haus und Grundbesitz in Condé mit der Auflage, daraus die Kosten für verschiedene Gedächtnisgottesdienste zu finanzieren. Diese bestanden darin, an Marianischen Festtagen und den Samstagen des Jahres jeden Abend das Salve zu feiern und während der allgemeinen Prozessionen die von ihm komponierte Motette Pater noster/Ave Maria vor seinem Haus, das sich am Marktplatz befand, zu intonieren. Josquin wurde in Condé-sur-l’Escaut (Frankreich) begraben, sein Grab 1793 zerstört.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Josquin_Desprez)

Werke:

2 Italienische Lieder für 4 Stimmen oder Instrumente
L´homme armé 4 Sätze für 4 Instrumente
Mille regretz / Les miens aussi für 4 Stimmen oder Instrumente

Tommaso Prota
* 1727 in Neapel † 1768 in London

Tommaso Prota (ca.1727 Neapel – nach 1768 London?) war der Sohn von Ignazio Prota und entstammte einer großen Musikerfamilie. Er war Schüler des Conservatorio di S. Maria di Loreto.

Es ist anzunehmen, dass Tommaso Prota ein Altersgenosse Traettas war. Lebensstationen waren offenbar Malta, London und Paris. In seinem kurzen Leben schrieb er nur wenige Werke, darunter ein Flötenkonzert, drei Buffoopern, wenige geistliche Werke und Instrumentalmusik. Als herausragende Kompositionen können sein Konzert und eine Sonate für Mandoline bezeichnet werden.

Werke:

Sinfonia

Henry Purcell
* 10.09.1659 in Westminster † 21.11.1695 in London

Mehr als 300 Jahre nach seinem frühen Tod zählt Henry Purcell noch immer zu den bedeutendsten englischen Komponisten. Wie hoch er zu Lebzeiten von seinen Zeitgenossen geschätzt wurde, belegt ein Ausspruch des englischen Komponisten Thomas Tudway: „... the greatest Genius we ever had“.

Schon früh wurde Henry Purcell von seinem Vater Thomas musikalisch unterrichtet und erhielt, eine Ausbildung als Chorknabe in der Chapel Royal. Anschließend wurde er von John Blow und Matthew Locke unterrichtet, deren Nachfolge er würdig antrat. So übernahm Purcell Lockes Amt des „Composers for the violin“ bei Hofe im Jahre 1677; 1679 die Organistenstelle Blows an der Westminster Abbey. Schließlich wurde er 1682 als Organist in die Chapel Royal aufgenommen und 1684 zum königlichen Instrumentenverwalter.

Angesichts des frühen Todes zeugt das umfangreiche Werkverzeichnis von hohem Arbeitseifer, der bis September 1695 anhielt. Zwei Monate später schied er aus dem Leben. Besonders seine Vokalmusik machte ihn als „Orpheus Britannicus“ bekannt. Nach seinem Tod veröffentlichte seine Frau Frances die gleichnamige, aus zwei Büchern bestehende Sammlung von Werken. Sie zeichnet sich vor allem durch die einfühlsame Vertonung von englischen Texten aus.

Das Betätigungsfeld Purcells war weit gefasst: Er schrieb für die Kirche, die Bühne sowie für die höfische und private Unterhaltung. Dabei lässt sein Stil deutlich zwei Entwicklungsstränge erkennen: Zum einen den von der Kontrapunktik geprägten und vermutlich von der älteren englischen Musik inspirierten. Zum anderen den später einsetzenden von der zeitgenössischen italienischen Technik beeinflussten Strang. Kennzeichnend dafür ist die Verwendung einfachere Harmonik, das Einsetzen häufigerer Sequenzen sowie das Schaffen von längeren geschlossenen Abschnitten und längeren Werken.
In den 1690er Jahren schrieb er schließlich seine wohl bekanntesten Kompositionen, die der Gattung der Semi-Oper, einer speziellen Form der englischen Barockoper, zuzurechnen sind. Hier wird das gesprochene Drama mit gesungenen, getanzten und instrumental musikalischen Teilen verknüpft.
„King Arthur, or The British Worthy“, uraufgeführt 1691 am Queen’s Theatre, London, ist die zweite Semi-Oper, die Purcell nach einem Libretto von John Dryden komponierte. Die Frost-Szene im dritten Akt beinhaltet die in der Barockoper meist bewunderte Arie „Cold Genius“. Sie verdeutlicht, wie jedes kalte Herz durch die Macht der Liebe auftauen kann.
Noch heute wird „King Arthur“ regelmäßig aufgeführt, was für eine Barockoper sehr selten ist.

Werke:

King Arthur - Suite für Blockflötenquartett aus der Semi-Opera "King Arthur"

Gerhard Puttkammer
* 08.08.1933 † 26.10.2004


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